Auf Achse in Deutschland und Europa: ein Brummi-Fahrer erzählt

Lkw Verkehr in Deutschland
Lkw Verkehr in Deutschland

Sind Sie Autofahrer? Ärgern Sie sich manchmal über die „Dicken“ im Straßenverkehr? Sind Sie genervt von scheinbar endlosen Lkw-Karawanen, unüberholbaren Langholz-Transporten auf kurvenreichen Straßen und überfüllten Autobahnparkplätzen?

Eine zufällige Begegnung und ein aufschlussreiches Gespräch mit einem  Familienvater aus Thüringen, der seinen Sommerurlaub mit Frau und Kind im Harz verbrachte, ließ mich Lkw-Fahrer aus einem völlig anderen Blickwinkel sehen.

Der junge Mann erzählte eine Anekdote aus seinem Berufsalltag als Fernfahrer im internationalen Güterkraftverkehr. Eine Situation auf einem Autobahnrastplatz in Deutschland, wie sie vielleicht einige der Berufskraftfahrer schon erlebt haben. Der Fahrer ist verpflichtet, bestimmte Lenkzeiten und Ruhepausen (Info unter BAG ) einzuhalten, oft erschwert durch lange Wartezeiten  bei den Logistik-Unternehmen. Somit steuern die Fahrer rechtzeitig einen Parkplatz an, um die gesetzlich vorgegebenen Zeiten nicht zu überschreiten. In diesem Fall dumm gelaufen – die für Lkw ausgewiesenen Plätze waren bereits besetzt und er belegte mit seinem Truck mehrere Pkw-Parkplätze unweit des WC-Häuschens. Sehr zum Ärger eines Pkw-Fahrers, der partout direkt neben dem WC parken wollte. Unser Brummifahrer verwies auf die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen, aber der Autofahrer wurde laut und drohte mit der Polizei. Gelassenheit auf der Seite des Fernfahrers, Konsequenz auf der des Autofahrers – er zitierte die Polizei zum Ort des Geschehens. Die Beamten erklärten dem aufgebrachten Autofahrer, dass es ihm durchaus zuzumuten wäre, den nächsten Parkplatz anzufahren, während der Lkw-Fahrer sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits strafbar machen würde. Fazit: die sachliche Argumentation des Fahrers hätte ohne Eingreifen der Polizei zum Eskalieren der Situation geführt.

Der Fahrer einer deutschen Spedition, der in diese Situation geriet, spricht über zunehmende Rücksichtslosigkeit, Beschimpfungen und aggressive Überholmanöver. Harter Berufsalltag unter ohnehin erschwerten Bedingungen. Eigentlich  fühle er sich ja wohl, fahre aber international und …im Ausland genießen die Fahrer ein besseres Ansehen als in Deutschland. Vor ein paar Jahren war das noch anders,aber der Verkehr nimmt halt zu, und die Leute fühlten sich genervt. In Holland könne man in Rotterdam mitten auf der Straße stehen bleiben, wenn man sich verfahren hat. Da halten zwei Autofahrer an und fragen, ob Hilfe gewünscht ist. In Deutschland kommen (mindestens) zwei, die hupen oder meckern.

Stimmt nachdenklich.

Aber auch Trucker nutzen das Internet als Medium für Information oder um sich auszutauschen. Ein Beitrag zum Alltag des  Berufstandes  zeigt sie von einer Seite, die die Öffentlichkeit weniger kennt:

gefunden bei lisi im trucker-forum.de:

„Diejenigen die über uns herfallen sollten den Job erst mal selber machen.
In jedem Truck sitzt ein Mensch,  der sehr viel in Kauf nimmt.
Der Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, Eis und Schnee unterwegs ist, um genau die zu versorgen, die über ihn schimpfen.
Der nur wenig Zeit mit seiner Familie verbringen kann, der täglich mit einem Bein im Grab und mit dem anderen im Gefängnis steht.
Der täglich 15 Stunden und mehr arbeitet und dafür weniger Stundenlohn bekommt als eine Putzfrau.
Und der manchmal dabei sein Leben verliert.
Ein MENSCH mit Ängsten und Sorgen – der liebt und leidet – wie alle anderen.
Der sehr oft einsam ist und sich nach Frau und Kindern sehnt – lieber zu Hause wäre.
Aber er macht seinen Job trotz Stress und Druck gerne.

Darüber sollten die Menschen mal nachdenken!“

Zu wenig Parkplätze für LKW
, Info auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=LD1uu0rxJnc&hl

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